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"Ich glaube, man entfernt sich am weitesten vom Philister, wenn man nicht nur in die eigene Seele schaut, sondern auch in fremde," ließ Otto Ernst vor beinahe einhundert Jahren sein alter ego Asmus Semper sagen.
Das war ein kluger, praktischer, äußerst lebensnaher Träumer, ein fleißiger Mann und feiner Beobachter, ein Pädagoge auch, dessen Kommentare und Anregungen zur Bildungspolitik man unseren heutigen Experten dringend zur Lektüre und Beherzigung empfehlen muß ... und der vermutlich nicht zuletzt deshalb völlig in Vergessenheit geraten ist. Ich habe ihn, wenn man so sagen kann, auch nur zufällig wiederentdeckt – als äußerst intelligente Fußnote in einem musikalischen Essay des frühen 20. Jahrhunderts, die mir endlich den nötigen Antrieb gab, einen lange aufgeschobenen Plan zu realisieren. Nichts großes oder gar großartiges und gerade deshalb so schwer auszuführen, weil immer irgendwelche wichtigen Dinge des täglichen Lebens sich vordrängen und so tun, als seien die fünf oder zehn Minuten, die man braucht, nicht zu erübrigen ...
Weshalb ich nun auch endlich damit beginne, meine unmaßgeblichen Ansichten über neue Aufnahmen oder alte Bücher, über Entdeckungen und Entdeckenswertes, Trends und Aktualitäten in einer kleinen Rubrik auf meiner Seite zu veröffentlichen. Die Statistik zeigt mir, daß ab und zu doch jemand hinschaut – warum also nicht mit einem ÜBRIGENS ein Übriges tun?
Der erste Tip, von mir aus auch mit zwei -pp, gilt dem eingangs erwähnten Otto Ernst Schmidt (1862-1926), der sich, nachdem er seinen Traum von der freien Schriftstellerei verwirklicht hatte, nur noch Otto Ernst nannte: Die Asmus Semper-Trilogie, die Humoristischen Plaudereien, aber auch eine Reihe fabelhafter, in der Kollektion Offenes Visier! zusammengefaßter Artikel sind es, die ich unbedingt empfehlen möchte – auch auf die Gefahr hin, ein altmodischer Träumer und Phantast gescholten zu werden. Aber das ist mir nun wirklich egal ...! (13.1.09)
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