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Übrigens ...

... wird auf deutschen Bildschirmen eindeutig zuviel geheult und gewütet. Machen Sie mal die Probe aufs Exempel und drehn'n Sie den Ton ab, wenn irgendwas aus der Serienküche – vom pathologischen DNA-Gemetzel bis zur Gerichtsshow, vom herzigen Versöhnungsschmus bis zum pseudo-psychologischen Problemlösungsversuch – über den Bildschirm flimmert. Schauen Sie zu, und Sie werden sehen, was ich meine. Zehn herzliche Tränenausbrüche nebst ebenso vielen Wutanfällen in 25 Minuten (die Qualität des Schauspielens bemißt sich dabei nach der Natürlichkeit des Tränenflusses und der Frequenz der zitternden Unterlippe!) – das ist offenbar der moderne Durchschnittswert, nach dem sich Erfolg und Mißerfolg einer Episode berechnen. Das ganze möglichst noch verziert mit einigem verständnisvollen Getätschel und »Ei-ei-ei«, aufgepeppt durch ein paar zickige Einwürfe beinahe ertappter Missetäter, und wir haben das emotionale Standardniveau von heute. Nun nehmen wir den »erzieherischen« Unwert all dessen und die »Erkenntnis«, daß man so das Leben leben müsse, wenn man überhaupt noch zu was kommen will ... Na, ich weiß nicht, ob die Aussichten so rosig sind wie die zornigen bzw. todtraurigen Abziehbilder, die nicht mal mehr richtig lachen können – außer, wenn ein anderer in die Jauchegrube stürzt oder im hohen Bogen vom Dreirad fliegt. Das ist dann lustig. Haha!

(2.6.09)

 







 






 
         
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